Projekte

die Projekte der Cantorianer aus den Jahren 2003 bis heute

2018 – Kyrie – Erbarmen

Musik zu einem zeitlosen Thema mit Chorwerken von der Gregorianik bis zur Gegenwart

Das Motiv der Demut und die Bitte um Erbarmen und Vergebung begleiten die geistliche Musik seit Jahrhunderten. Das Chemnitzer Gesangsensemble unter der Leitung von Martin Sturm bachte große Kathedralmusik und intime Motetten, fließende Renaissance und zeitgenössisches Feuerwerk zu Gehör.Ein Höhepunkt ist das Stück „Der barmherzige Samariter“ des Freiberger Komponisten Sebastian Paul Rehnert, das im Rahmen dieses Konzertprogramms zusammen mit dem Violinisten Eckehard Erben aufgeführt wurde. Hier eine Hörprobe: Sebastian Rehnert: „Der barmherzige Samariter“

2017 – I Himmelen – Nordlichter

Polarlichter über einem See in Skandinavien

Das titelgebende Lied „I Himmelen“ (im Himmel) stammt ursprünglich aus dem geistlichen Liedgut. Es ist in Skandinavien über die Jahrhunderte hinweg zu einem Volkslied geworden, das im Rahmen der Konzertvespern in der Chemnitzer Jakobikirche und der Basilika Wechselburg in drei farbenreichen Variationen erklang. Dazu gesellten sich Chorwerke von zumeist zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten, die Natur und Bräuche der Nordländer zum Thema haben: Den Tanz zum Mittsommer genauso wie das Naturschauspiel der Polarlichter. Dabei wurde weit mehr zum Klingen gebracht als die Stimmen der Choristen allein.

Edvard Grieg – I Himmelen

2017 – Rundfunkgottesdienst

Rundfunkgottesdienst in der evangelisch-reformierten Gemeinde

Am 19. März 2017 übertrug MDR Kultur einen Gottesdienst aus der evangelisch-reformierten Gemeinde Chemnitz-Zwickau, bei der die meisten unserer Proben stattfinden. Thematisch stand er unter dem Titel „Einsam unter Freunden“. Wir waren mit dabei und sangen Responsorien zur Karwoche von Carlo Gesualdo. Der vollständige Gottesdienst kann auf der Webseite der Gemeinde nachgehört und nachgelesen werden.

Carlo Gesualdo – Tenebrae factae sunt

2016 – A Rose is a Rose is a Rose

Die Schönheit, die Sinnlichkeit und die Zerbrechlichkeit einer Blüte haben viele Poeten verführt. Angefangen bei biblischen Gleichnissen über Volkslieder bis zur Lyrik Rainer Maria Rilkes haben diese Texte wiederum Komponisten zu allerlei Tonkunst inspiriert. Die Cantorianer banden einige dieser musikalischen Blumen und Blüten zu einem lieblich duftenden Strauß zusammen.

Sogar eine Uraufführung stand auf dem Programm: Sebastian Paul Rehnert hatte sich musikalisch mit Oscar Wildes Geschichte „Die Nachtigall und die Rose“ auseinandergesetzt und das Lied der Nachtigall für das Ensemble vertont.

Dazu erklangen zeitgenössische Werke baltischer Komponisten sowie Musik von der iberischen Halbinsel. Den Abschluss bildete der Zyklus „Chansons des Roses“ von Morten Lauridsen.

2014 – Alles was ihr tut

Anlässtlich des 80. Gemeindejubiläums der evangelisch-reformeirten Gemeinde Chemnitz-Zwickau fand als Abschluss des Gemeindefestes eine Hausmusik im Gemeindehaus statt. Dort treffen wir uns sonst zu fast allen unseren Proben; nun also auch für ein kleines größeres Konzert. Neben einer eigens für diesen Tag entstandenen Komposition von Sebastian Paul Rehnert zum Gründungsleitspruch der Gemeinde „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“ erklang auch die Kantate „Alles was ihr tut“ von Dieterich Buxtehude (1637-1707). Sogar ein kleines Orchester (drei Violinen, Cello und Orgelpositiv) fand Platz.

2013 – Alles entsteht, alles vergeht

Erik Neukirchner - Ruhender Kopf

In einem geistlichen Kontext denkt man bei diesem Leitthema vermutlich zunächst an die Schöpfungsgeschichte und die Apokalypse. Demgegenüber konzentrierten sich die Texte und Kompositionen dieses Projektprogramms auf ein viel kleineres und individuelleres Entstehen und Vergehen: Lieder vom Leben und Sterben.
Dabei reichte die Bandbreite von einem gotischen Organum von Perotinus aus dem frühen 13. Jahrhundert bis zum Magnificat von Arvo Pärt (*1935) und der Vertonung der ersten Elegie Rainer Maria Rilkes von Einojuhani Rautavaara (*1928). Die Schauspielerin Beate Düber las passend zu den Musikstücken geistliche und weltliche Texte. Abgerundet wurde das Programm von geistlichen Madrigalen aus „Israelis Brünnlein“ von Johann Hermann Schein (1586–1630), wie etwa „Da Jakob vollendet hatte“, das in ergreifender Weise die Trauer Josephs um seinen Vater musikalisch darstellt.

Johann Hermann Schein – Da Jakob vollendet hatte

2012 – Rundfunkgottesdienst

Am 14. Oktober 2012 wurde ein Gottesdienst der evangelisch-reformierten Gemeinde Chemnitz (die unsere Hauptprobenstätte ist) im Programm von MDR-Figaro übertragen. Der Gottesdienst stand unter dem Bibelwort „Besser wenig mit Gerechtigkeit als viel Einkommen mit Unrecht.“ (Sprüche 16,8). Auch die Cantorianer waren dabei und brachten u.a. ein Werk von Sebastian Paul Rehnert zur Uraufführung, das das Thema des Gottesdienstes aufgriff: „Ihr sollt Euch nicht Schätze sammeln“.

Sebastian Paul Rehnert – Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln

2011 – Singen auf den ersten Blick

Die Cantorianer waren 2011 mehrmals im Tonstudio, um eine CD zu produzieren. Es handelte sich dabei um eine CD, die dem Übungsbuch „Singen auf den ersten Blick“ beiliegt, mit dem man sich im Selbststudium die Notenschrift erschließen kann. Zu allen Übungen im Buch kann man zur Selbstkontrolle anhören, wie es richtig klingen muss. Wer neugierig geworden ist, kann sich das Buch beim Schott-Verlag oder im Buchhandel bestellen.

2010 – Die Lieb`, die Schöne

Ein Text, den mancher der Bibel sicher nicht zutrauen würde, stand 2010 im Mittelpunkt des Konzertprogramms: Das Hohe Lied der Liebe. Besonders seit der Zeit der Aufklärung spielten die Vertonungen mit der Mehrdeutigkeit des Textes. Im Mittelalter wurde er als Gleichnis für die Beziehung zwischen Christus und seiner Kirche ausgelegt. Tatsächlich handelt es sich um einen antiken Briefwechsel eines königlichen Liebespaares, das in sehr bildhafter Sprache geradezu erotische Momente beschreibt. Und so kleideten viele Komponisten diese Liebeslieder in das musikalische Gewand der geistlichen Motette. So waren unter anderem Melchior Franck (1580-1639), Leonard Lechner (1553-1606) und Johann Hermann Schein (1586-1630) zu erleben.

Melchior Franck – Du bist aller Dinge schön

2009 – Sommernachtslieder

Sommernächte – laue Luft, die ins Freie lockt, das Zirpen der Grillen, ein Lagerfeuer, der Duft von Gras, fernes Wetterleuchten…

Sommernächte – voller Sehnsucht, voller unerfüllter Liebe, voll Leidenschaft und Abschied…

Sommernächte – mit Elfen, Feen und Hexen, die tief im Wald ihren Schabernack treiben …

Unzählige Dichter und Komponisten haben solche oder ähnliche Nächte durchwacht und in Gedichte und Lieder gegossen. Einige dieser Werke griffen wir in unserem Projektprogramm auf, wobei der Schwerpunkt auf Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts lag.

2008 – Laudes – Aus der Tiefe zum Licht

Für das Projektprogramm „Laudes“ arbeiteten die Cantorianer mit dem Münchner Cellisten Dominik Hörnel zusammen. Geistliche Vokalmusik wurde kontrastiert durch Tänze aus den Suiten für Violoncello von Johann Sebastian Bach. Diese weltlichen kammermusikalischen Werke sind an sich nicht für eine Kirchenakustik gedacht, entfalteten aber in diesen großen Räumen eine besondere Harmoniefülle. Innerhalb des Programmablaufs vollzieht sich ein musikalischer Farbenwechsel von klagenden zu freudigen Klängen. Daher auch der mehrdeutige Programmtitel, der einerseits „Loblied“ bedeutet, andererseits aber auch auf das Morgengebet im Kloster und damit den Tagesanbruch verweist.

Cantorianer – CHristobal di Morales – Parce mihi Domine

2007 – Passio

Das Projektprogramm „Passio“ widmete sich der Leidensgeschichte Jesu Christi. Im Zentrum des Programms standen einige Responsorien des italienischen Komponisten Carlo Gesualdo (ca. 1560-1613). In diesen für die Renaissance ungewöhnlich expressiven Werken tauchen musikalische Stilmittel auf, die erst im 19. und 20. Jahrhundert weitere Verbreitung fanden. In den Responsorien zur Karwoche zeichnet Gesualdo das Passionsgeschehen mit sehr kraftvollen musikalischen Bildern nach. Zwar bedient er sich des sechsstimmigen a-cappella-Gesangs als äußerer Form, doch finden sich darin viele chromatische Wendungen, abrupte Stimmeinsätze, sich windende Melodieläufe und vieles mehr, was diese Musik sehr spannend für Musiker wie Zuhörer macht. Zu den Responsorien traten noch einige Werke anderer Komponisten, wie die Motette „O Sacrum Convivium“ von Olivier Messiaen und die Psalmvertonung „De Profundis“ von Arvo Pärt.

Cantorianer – Carlo Gesualdo di Venosa – Tristis es Anima mea

2006 – Rundfunkgottesdienst

Rundfunkgottesdienst 2012
Während des Rundfunkgottesdienstes in der ev.-ref. Gemeinde Chemnitz-Zwickau – live übertragen auf MDR Kultur – sangen wir einige Adventsmotetten und stellten während der Predigt zum Text von „Die Nacht ist vorgedrungen“ dieses Lied in mehreren Variationen vor. Dabei waren die Choralvariationen eigens für diesen Gottesdienst von Martin Sturm komponiert worden. Daneben erklangen auch traditionelle Adventslieder, wie „Nun komm der Heiden Heiland“

Vulpius / Schein – Nun komm der Heiden Heiland

2005 – Liebeslust und Liebesleid

Minnesänger mit Begleiterin
Das erste weltliche Programm der Cantorianer drehte sich rund um das Thema Nummer eins: Die Liebe und ihre Verwicklungen. Viele deftige Texte, die jedoch das Derbste aussparten und durch mancherlei kunstvolles „fallalala“ verdeckten, erklangen in Chansons und Vilanellen der Renaissance.

2004 – Sing unto the Lord

Die Chor- und Musiktradition der britischen Insel stand im Mittelpunkt dieses Konzertprogramms. Die dortigen Komponisten standen in weniger regem Kontakt zur Musiktradition auf dem Europäischen Festland. So trieben die englischen Komponisten bestehende Kompositionstechniken viel weiter zur Blüte, als besiepielsweise ihre Kollegen in Italien oder Deutschland. Einige dieser Blüten standen auf dem Programm, so Werke von John Dowland, Henry Purcell und Benjamin Britten.

Henry Purcell – Remember not Lord our Offences

2003 – Kontraste – Alte Musik im Dialog

die Cantorianer 2003
Im Rahmen des ersten Projektes der Cantorianer erklangen Vertonungen geistlicher Texte, und zwar zu jedem Text jeweils zwei verschiedene: eine aus der Zeit der Renaissance und eine aus dem 20. Jahrhundert. Auf diese Weise konnten wir Sänger und die Zuhörer die verschiedenen Stilmittel, aber auch die verschiedenen Texte sehr direkt – quasi im Dialog – erspüren.

Im Rahmen dieses Programms sangen wir auch die Motette „Tu Solus qui facis mirabilia“ von Josquin Desprez, die als Filmmusik in „Vaya con Dioz“ verwendet wurde und die der Anlass zur Gründung der Cantorianer war.

Desprez – Tu Solus qui facis Mirabilia